Seilmarkierung

Seilmittenmarkierungen sollten selbstverständlich sein und gehören zum gewohnten Standard beim Canyoning. Auch eine Seillängenmarkierung an beiden Endpunkten ist allgemein üblich und sehr nützlich. Dennoch bleiben oft viele offene Fragen: Wie markiere ich mein Seil richtig? Schadet die Markierung meinem Seil? Womit markiere ich ein Seil am besten? Hier gibt es die Antworten…

Wie markieren?

Als allgemein üblich und gebräuchlich hat sich folgende Markierungsmethode bewährt:

Die Länge des Seiles wird an beiden Enden mit einem wasserfesten, gut sichtbaren „Filzstift“ markiert.
Für jeweils 10m Seillänge wird ein ca. 1 cm breiter Markierungsstrich verwendet.Für jeweils 5m Seillänge wird ein ca. 3cm langer Längsstrich verwendet.
Die Seilmitte wird mit einer gut sichtbaren ca. 5cm langen rund um den Seilmantel verlaufenden Fläche markiert.

Falls ein Seil geschnitten werden muss, finden sich bald zwei oder gar drei Mittelmarkierungen und sorgen für Verwirrung. Wer diesem vorbeugen will, kann nach obigem Schema die Mitte passend zur Gesamtlänge des Seiles markieren (6 Markierungsstriche = Seilmitte bei Seillänge von 60m). Dies ist zwar praktisch, entspricht aber nicht den Empfehlungen der Fachverbände!

Von einer Markierung mit Klebeband wird abgeraten. Nicht nur, dass dieses sich leicht ablösen wird, kann das Klebeband bei verschiedenen Seilmanövern (insbesondere dem Abziehen) Probleme bereiten. Auch die oft ab Werk angebrachten Banderolen sollten bei Canyoningseilen entfernt werden, da sich das durch die Banderole versteifte Seilende erschwert vom Anschlagpunkt wieder abziehen lässt. (Aber Achtung: Versicherungsschutz und Garantie können durch die Entfernung entfallen!)

An schwarzen Seilen lässt sich häufig eine Markierung durch Einschnitte beobachten – auch hiervon ist selbstverständlich abzuraten!

Schadet die Markierung dem Seil?

Hartnäckig hält sich die Furcht, dass bestimmte Chemikalien in den Stiften den Seilen schaden und diese schwächen würden.

Tatsächlich veröffentlichte die in Fachkreisen sehr renommierte Zeitschrift BergUndSteigen in Ausgabe 2/02 folgende Bekanntmachung der UIAA-Sicherheitskomission:

Untersuchungen der UIAA-Sicherheitskommission und einiger Seilhersteller haben gezeigt, dass Seilmarkierungen mit flüssigen Substanzen, wie sie sich in Filzstiften befinden, gefährlich sein können – auch solcher Stifte, die speziell für die Markierung von Seilen angeboten werden. Die Untersuchungen erbrachten eine Abnahme der Seilfestigkeit (richtig: des Kantenarbeitsvermögens der Seile) bis um die 50 %, angegeben in der Anzahl ausgehaltener Normstürze gemäß Seilprüfung nach EURO-Norm EN 892.

Als gefährlich gilt übrigens ausgerechnet der „Seilmarkierungsstift“ von Beal. Siehe Chris Semmel’s Aussage in BergUndSteigen 4/05

Womit markieren?

Der DAV Sicherheitskreis hat sich 2008 erneut dem Thema angenommen und veröffentlicht aktuell im Internet folgende Feststellung:

Von der Firma Edding,“erhielten wir die Zusagen, dass sobald die Tintenzusammensetzung grundlegend geändert wird, sich auch die Bezeichnung ändert“so Karl Schrag, Ressortleiter Ausbildung des DAV in Ausgabe 3/09 von BergUndSteigen
Der Edding 3000 eignet sich somit uneingeschränkt zum markieren von Seilen.
Tatsächlich wurde zwar 2010 die Zusammensetzung des Stiftes verändert, eine chemisch signifikante Veränderung beim Einfluss auf Polyiamid wurde aber Seitens Edding ausgeschlossen und auch ein erneuter Test der DAV-Sicherheitforschung bestätigte dem „neuen“ Edding 3000 seine Unbedenklichkeit.

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